| | Kommunale Zusammenschlüsse zur Beruhigung der Steuerzahler? | | | | | | | | Als Folge der Finanzkrise wird endlich auch in den öffentlichen Verwaltungen über Kostensenkungen nachgedacht.
Hierbei werden aber nicht die dringend notwendigen Strukturveränderungen in Angriff genommen sondern es wird nur auf unbedeutenden Neben-Kriegsschauplätze „gekämpft“. Mit „Kleinstreformen“ soll offenbar die Sicht auf das kommunale Finanzdesaster „vernebelt“ werden.
So wollen auch die Verwaltungen der Samtgemeinden Amelinghausen, Ilmenau und Gellersen effizienter werden. Hierfür wird, die Umwandlung der bürgernahen Gemeindestrukturen, in eine Einheitsgemeinde vorgeschlagen. Völlig vergessen wird hierbei, dass gerade das Detailwissen vor Ort kostspielige Fehlentscheidungen „ortsferner“ Verwaltungen verhindern kann.
Jeder kennt Beispiele für die praxisfremden, teueren Bürokratien in „entfernten“ Verwaltungen; wie Brüssel, Berlin, Hannover etc.
Für die Samtgemeinde Gellersen beispielsweise bringt die Abschaffung der gewachsenen Mitgliedsgemeinden (Kirch-, Süder-, Westergellersen und Reppenstedt) eine „gewaltige Einsparung“ von 0,4% des Gesamthaushalts. Hierbei wurden die zusätzlichen Verwaltungskosten ausdrücklich nicht berücksichtigt, die bisher durch Mandats- und Funktionsträger ehrenamtlichen erbracht werden.
Im Gutachten wird aber „ausdrücklich hervorgehoben, dass die vielfältigen ehrenamtlichen Leistungen durch Mandats- und Funktionsträger der Mitgliedsgemeinden nach Meinung aller am Bericht beteiligten durch nichts zu ersetzen sind.“
Beispielhaft sei nur an die „unbezahlbare“ PR-Arbeit des ehren-amtlichen Bürgermeisters eines „kleinen Kaffs bei Lüneburg“ erinnert. Für den mitdenkenden Bürger ist nicht nachvollziehbar, warum gerade die „nicht ersetzbaren“ ehrenamtlichen Funktionsträger abgeschafft werden sollen.
Die durch mangelnde persönliche Ortskenntnisse verursachten Fehler und Kosten sowie die deutlich verringerte Bürgernähe wurden ebenfalls „ausgeblendet“. Die vielen Tausend ehrenamtlich geleisteten Stunden könnten nur dann kostenneutral ersetzt werden wenn die aktuellen Verwaltungs-Kapazitäten nicht ausgelastet sind.
Verantwortliche in überschuldeten Betrieben würden mit Sparvorschlägen von nur 0,4 % Ihre Glaub- und Kreditwürdigkeit verlieren. Eine professionelle Verwaltung unter Sparzwang sollte zu deutlich größeren Einsparungen fähig sein. Warum werden nicht gleich die drei Verwaltungen, die das Gutachten gemeinsam erstellt haben (Amelinghausen, Ilmenau und Gellersen) zusammen gelegt?
Hiermit könnten gleich viele Millionen eingespart werden! Allein die Reduzierung auf einen Bürgermeister würde ca. € 160.000 einsparen!
Ich wünsche den Verwaltungen mehr Kreativität für nachhaltige und ergiebigere Sparvorschläge
Berni Wiemann, FDP-Gellersen | | | | Pressestimmen : Landeszeitung vom 28.08.2010 | |
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